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Wie wirksam integrieren Jobcenter Arbeitsuchende in den Arbeitsmarkt?
Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), Köln, hat kurz vor Weihnachten 2025 eine Studie veröffentlicht, in der die Autoren mit einer interessanten Methode zu berechnen versuchen, wie effektiv Jobcenter in den Arbeitsmarkt integrieren. Dabei hat man versucht, die regionalen Kontextfaktoren, die die Integrationsmöglichkeiten beeinflussen, zu berücksichtigen und so etwas wie eine Netto-Performance der Jobcenter zu errechnen. Wenn die tatsächliche Integrationsrate eines Jobcenters die auf der Basis der Kontextfaktoren zu erwartende Integrationsrate übersteigt, kann man von einer positiven Netto-Performance des Jobcenters ausgehen. Weicht die tatsächliche Rate nach unten ab, hat das Jobcenter seine objektiv gegebenen Chancen nicht ausgenutzt, hätte also mehr erreichen können.
Das IW hat einen Befund seiner Studie sehr plakativ hervorgehoben. Seinen Daten zufolge sind Jobcenter im Organisationsmodell der gemeinsamen Einrichtung (gE) erfolgreicher als kommunale Jobcenter (zkT).
Für Hessen, dem Land mit dem höchsten Anteil von zkT trifft das jedoch nicht zu. Hier haben die kommunalen Jobcenter die Nase vorn. Einige hessische zkT sind auch im bundesweiten Vergleich bei den "Besten" nach den Maßstäben des IW. Die Studie des IW kann man hier herunterladen: https://www.iwkoeln.de/studien/holger-schaefer-stefanie-seele-kommunale-jobcenter-integrieren-seltener-in-arbeit.html.
Die Daten für Hessen sind in dieser von mir zusammengestellten Datei gesondert ausgewiesen.
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Was kostet das Bürgergeld den Steuerzahler?
Nachdem Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas Diskussionen um die Kosten des Sozialstaats als "Bullshit" bezeichnet und Bundeskanzler Friedrich Merz zugleich erhebliche Einsparungspotentiale bei den Sozialausgabe des Bundes ausgemacht hat, lohnt es sich, mal nachzuschauen, welche Kosten das Bürgergeld, also die Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Sozialgesetzbuch II, tatsächlich verursacht. Es zeigt sich, dass hier nicht nur der Bund, sondern viele Institutionen beteiligt sind - neben dem Bund die Kommunen, aber auch die gesetzlichen Krankenkassen (GV) und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die GV erhalten einen viel zu geringen Pauschalbetrag für die Krankenversicherung der Leistungsberechtigten, der die tatsächlich entstehenden Kosten nicht annähernd deckt. Also wird die Gemeinschaft der Versicherten zur Finanzierung dieser Leistung herangezogen. Die Rundfunkanstalten müssen auf Einnahmen der Rundfunkbeiträge verzichten, da die Leistungsberechtigten des SGB II davon befreit sind.
Wenn man alles zusammenrechnet, kommt man statt den von der Bundesarbeitsministerin in der Presse kommunizierten 47 Milliarden für das Jahr 2024 auf fast 70 Milliarden Euro. Dabei sind die sog. kommunalen Eingliederungsleistungen nach §16a SGB II noch nicht einbezogen, da es dazu es keine Daten gibt (jede Kommune verbucht diese Leistungen anders im Haushalt, manche Kommunen erfassen sie auch nicht gesondert).
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Gegen den paternalistischen Wohlfahrtsstaat
Bei der Idee des Grundeinkommens treffen sich neoliberale und linke Denkmuster. Ein Besprechungsessay, erschienen in der Sozialwissenschaftlichen Literaturrundschau 89, 2/2024
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Auf dem Weg zu einer relationalen Arbeitsmarktpolitik
Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Praxis der Jobcenter und ihrer Kooperationspartner in Hessen.
Report Nr. 1/2024 aus dem Projekt "Make it Work. Qualitätsprozesse im arbeitsmarktpolitischen Dreieck", das IWAK, Hochschule Fulda und GEWAK gemeinsam im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration (HMSI) durchführen.
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Make it Work! Qualitätsprozesse im arbeitsmarktpolitischen Dreieck
Ein gemeinsames Projekt von Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität Frankfurt (IWAK), der Hochschule Fulda und der Gesellschaft für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (GEWAK), Frankfurt. Das Projekt wird vom Land Hessen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes gefördert.
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Vier-Tage-Woche - eine gute Idee?
Ein kritischer Kommentar zu der Forderung nach der Einführung der 4-Tage-Woche. Veröffentlicht auf www.bloghaus.eu am 11.08.2023
Meine Position: angesichts der demographischen Entwicklung passt eine solche Forderung nicht in die Zeit. Man muss sich stattdessen Gedanken machen, wie man zusätzliches Arbeitspotential mobilisieren kann. Auch dazu ein paar Gedanken.
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Verantwortungsgemeinschaft für junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf
Empfehlungen des Deutschen Vereins zur qualitativen Weiterentwicklung der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit von SGB II, SGB III, SGB VIII und SGB IX.
Diese Empfehlungen wurden in einer von mir geleiteten Arbeitsgruppe entwickelt und am 23. März nach vorheriger Abstimmung in den zuständigen Fachausschüssen vom Präsidium des Deutschen Vereins verabschiedet.
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Übergang Schule-Beruf. Zur Optimierung der Schnittstellen zwischen SGB II, III, VIII und IX
Vortrag auf dem Deutschen Fürsorgetag 2022.
Vorgestellt werden Eckpunkte der Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge (DV) zur Gestaltung der Schnittstellen zwischen SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende), SGB III (Arbeitsförderung), SGB VIII (Jugendhilfe) und SGB IX (Menschen mit Behinderungen). Dazu hat es im DV eine Arbeitsgruppe unter meiner Leitung gegeben, die diese Empfehlungen erarbeitet hat. Der Langtext dieser Empfehlungen kann ebenfalls von dieser Seite heruntergeladen werden.
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Ein paar Daten zur Einordnung der langfristigen Wirkungen von "Hartz 4"
In der Diskussion über die Auswirkungen der "Hartz-4"-Reform, also der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe und der Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II, wird immer wieder die Frage gestellt, ob sich diese Reform wirklich positiv auf die Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Deutschland ausgewirkt hat. Im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines Seminars an der Hochschule Fulda zu diesem Thema habe ich dazu ein paar Statistiken zusammengestellt, die eigentlich keinen anderen Schluss als den einer positiven Wirkung zulassen.
Natürlich gab es im Zusammenhang der Hartz-Reformen insgesamt auch Impulse für die Zunahmen flexibler und teilweise umstrittener Beschäftigungsformen wie etwa der Zeit- oder Leiharbeit. In der Tat hat die Zahl der in dieser Beschäftigungsform beschäftigten Menschen seit Mitte der 2000er Jahre deutlich zugenommen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man aber auch, dass mit den Reformen keine neue Entwicklung ausgelöst wurde. Vielmehr wurde allenfalls ein längerfristig wirkender Trend verstärkt. Dieser Trend hat sicher mit gesetzlichen Lockerungen zu tun, wesentlich mehr aber mit einer langfristigen, schon in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts beginnenden Verschiebung im Beschäftigungssystem weg vom klassischen Normalarbeitsverhältnis (Vollzeit, unbefristet, dauerhaft bei einem Betrieb) hin zu neuen, flexibleren Beschäftigungsformen. Und diese Entwicklung hat zu tun mit Globalisierung, dem Aufkommen des "flexiblen Kapitalismus" und einer beschleunigten Entwicklung mit zunehmenden Unsicherheiten in der Wirtschaft, auf die auch das Arbeitsmarktregime reagieren musste.
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Zusammenarbeit von Behörden in der Arbeit mit Jugendlichen
Der Übergang zwischen Schule und Beruf ist nicht nur junge Menschen eine kritische und oft schwierige Lebensphase. Bei der Unterstützung der jungen Menschen überschneiden sich in dieser Phase besonders viele Rechtskreise und behördliche Zuständigkeiten. Dies erfordert eine gute Koordination in der Praxis, was oft schwieriger ist als es zunächst erscheint.
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Moderne Dienstleistungen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende?
Das Jahr 2011 brachte wichtige Änderungen im Bereich des SGB II. Unter anderem wurde die Zahl der zugelassenen kommunalen Träger (Optionskommunen) noch einmal deutlich erhöht. Das war Anlass für eine Bestandsaufnahme nach gut 6 Jahren Erfahrung mit dem neuen Recht.
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